
Mir hu mat him iwwer ganz perséinlech Amenter geschwat a wéini e gemierkt huet, dass e misst eng Paus maachen. Natierlech geet et och ëm Musek. Säi mëttlerweil 8. Album heescht "Hotel". Wat huet dat da mat engem Hotel ze dinn?
"Wenn das Album Hotel heisst, sollte man meinen, ich hätte das alles in einem Hotel geschrieben. Nein, Hotel steht in dem Fall ein bisschen als Metapher für eigentlich mein Leben als Musiker oder als Johannes Oerding, der ständig unterwegs ist, der immer ein- und auscheckt, dessen Koffer irgendwie irgendwo immer offen liegt und neu zugemacht wird. Aber das klingt jetzt schlimmer, als ich es eigentlich meine, denn ich mag es. Ich mag das Unterwegssein, ich mag das Hotelleben als Bild, ich sitze gerne in einer Lobby, beobachte Menschen, lerne Menschen kennen, man trifft sich an der Bar im Hotel, aber man kann halt eben auch mal alleine und nachdenklich auf seinem Zimmer sitzen."
Et war no enger laanger Open Air Tournee am Sauerland, wéi de Museker der Meenung war, et misst sech elo eppes änneren: "Das war für mich ein kleines Warnsignal, als ich während eines grossen Konzertes dann auf der Bühne stand und nicht mehr bei der Sache war. Ich war nicht mehr beim Song, ich war abgelenkt, ich war irgendwie schon bei meinem alltäglichen Leben. Und das war für mich dann das Schlüsselerlebnis, was mir gezeigt hat, ey, du musst mal vielleicht ein bisschen auf die Bremse treten, eine Pause machen und wieder den Kopf frei und leer bekommen für Neues. Das haben deine Zuschauer nicht verdient, das hast du dir selber nicht verdient und auch nicht der Song, den du gerade singst. Und ja, das war letztlich der ausschlaggebende Punkt, warum ich gesagt habe, ich mache mal ein Sabbatjahr, ich gehe mal auf Reisen, ich versuche, mich zu resetten.
Ich wusste, ich hatte nie die letzten 25 Jahre die Zeit, mal sowohl, ich sag mal, die Schicksalsschläge und die doofen Momente zu verarbeiten, als auch die vielen Erfahrungen. Die Folge, die wir alle erlebt haben in den letzten Jahren, die vielen Nummer-Eins-Alben, die vielen Preise und all das, das haben wir nie richtig geniessen oder verarbeiten können, weil es gleich immer weiter ging, immer weiter ins nächste Projekt und dergleichen. Und deshalb wollte ich mir ganz bewusst mal sagen, du musst jetzt eine Zeit haben, wo du nicht schon wieder eine neue Tournee planst oder ein neues Album arbeitest, sondern wo du wirklich mal frei hast und wo auch dein Kopf frei ist. Und ja, gesagt, getan. Es war gar nicht geplant, dass ich auf Weltreise ging, aber letztlich auf Weltreise, irgendwann dann in Kanada und Nordamerika, hatte ich dann mal eine freie Birne und fing wieder an, neue Songs zu schreiben."
Den Agenda vum Museker ass gutt gefëllt. Nieft de sëllechen Optrëtter a Concerten ass hien jo och deen, dee seng Kollegen bei “Sing Meinen Song” invitéiert. Hien ass awer dee Johannes bliwwen, deen en ëmmer war. Wéi bleift een esou buedemstänneg?
"Ach, ich glaube, ich bin so erzogen, dass ich das gar nicht selber so aussprechen will oder michg gar nicht traue, diesen Gedanken zu haben. Aber es sind dann eher die Leute um einen rum und vor allen Dingen auch die Reaktionen der Fans oder der Menschen, die einem zeigen, okay, das muss schon was Besonderes sein was ich da mache, oder ich muss schon was geschafft haben, dass die Leute da wirklich so berührt und dass sie so reagieren. Ich selber sehe mich ja immer noch wie der junge Dorfjunge, der irgendwie losgezogen ist und eigentlich am liebsten nur Musik macht, mit der Gitarre irgendwo sitzt am Lagerfeuer. Dass da jetzt aber 50 .000 Leute in vier Wochen in mein erstes Stadionkonzert kommen, das kann man auch schwer verarbeiten, muss ich sagen."
Seng dräi lescht Albumen waren alleguer an Däitschland Nummer 1 an den Album -Charts. Lidder wéi 'An guten Tagen' lafen op de Radioen erop an erof. Seng Karriär huet een den Androck wier net vun haut op muer lancéiert ginn, mä et ass e Prozess.
"Ja, der Eindruck ist gut, den Sie haben, denn ich glaube, meine Karriere lebte davon, dass sie genauso war - schleichend. Schleichend, aber stetig nach oben, Step-by-Step, kleine Schritte, nichtsdestotrotz gibt es natürlich ein paar Highlights. Irgendwann brauchst du halt auch ein Radio -Hit, das war bei mir, glaube ich “Alles brennt”. Der war erst auf der vierten Platte und das war mein erster grosser Radio -Hit, der hat natürlich dann noch mal viele Türen eingetreten. Dann gibt es Momente wie “The Voice of Germany”. Da wirst du nochmal einem breiten Publikum bekannter und hast Zeit, dich auch zu erklären und auch vorzustellen als Künstler. Und was aber über allem schwebt, ist dann doch, glaube ich, die ja einfach immer wieder auftauchende Qualität. Ich habe einfach mir grosse Mühe gegeben, keinen Qualitätsabfall zu haben. Ich habe wirklich so lange an dem Ding auch gearbeitet und geschraubt, sei es ein Album oder an der Tour. Ein Konzertprogramm, das wirklich gut war und sich abgehoben hat, dass die Leute sagen: Ey, da muss ich noch mal wieder hin."
Säin aktuellen Album ass e ganz perséinlechen. E kann elo vill méi oppe schwätzen a Lidder schreiwen. Wéi kënnt dat?
"Ich glaube, das ist ein Prozess des Erwachsenwerdens, des Reiferwerdens, des Selbstbewussterwerdens. Also ich erinnere mich an meine ersten Alben, die waren weitaus weniger persönlich oder intim als das, was ich jetzt schreibe. Weil du dann doch irgendwann als Künstler merkst, je mehr du dich öffnest, offenbarst oder auch angreifbar und verletzlich machst, desto mehr berührst du auch die Leute, weil du halt ja eben das sagst, was sich keiner zu sagen manchmal traut. Und ich habe letztens einen schönen Satz gelesen von einem anderen Songwriter, ich weiss nicht mehr genau, wer es war, aber da hieß es: Erst wenn du beim Songwriting das Gefühl hast, dass du nackt durch die Fussgängerzone läufst, dann bist du auf einen guten Weg. Ja, genau so ist es. Das trifft jeden Menschen und das trifft natürlich auch uns Künstlerinnen und Künstler. Wir haben natürlich, und das sehe ich auch ein Stück weit als meine Aufgabe, wir haben vielleicht ein Talent bekommen, dass wir das zu Papier bringen können oder in Melodien fassen können oder aber eben auf der Bühne so projizieren können, dass sich andere darin wiederfinden. Und wenn wir dann damit Menschen was Gutes tun, dass die sich wiederfinden, damit ihre Dinge verarbeiten können, ich glaube, dann kriegt dieser Beruf Musiker einen Sinn."
Mir freeën eis op alle Fall op de Johannes Oerding e Samschdeg zu Iechternach. Fir de Mann mam Hutt ass et net déi éischte Kéier
"Es ist nicht das erste Mal Luxemburg. Ich als Mensch war schon öfter in Luxemburg, also früher als Pfadfinder haben wir dort auch ein, zwei Pfadfinderlager gemacht, aber das ist mein zweites Konzert, glaube ich in Luxemburg und ich finde das insofern immer schön, weil ich kann ja immer allen erzählen, ich gehe auf Welttournee. Also ich spiele nicht nur in Deutschland, ich gehe auf Welttournee oder zumindest Europatournee und da machen wir uns immer einen schönen Spaß draus und ich freue mich einfach drauf. Ich habe schon ein bisschen recherchiert und geguckt, was für ein wunderschönes Städtchen Echternach auch eben ist. Ich habe Bilder gesehen und freue mich da sehr auf die mittelalterliche Kulisse, die man ja dort auch sehen kann. Also, die Sterne stehen gut für ein tolles Konzert."